Old Nordic Poetry in the School: Introduction

Introduction

    This publication aims to use a number of individual examples to show how Old Norse poetry can be incorporated and evaluated in schools. The author has two purposes in mind: on the one hand, the encounter with the Sagas should give pupils a lively picture of the being, essence, nature and attitude of our Germanic ancestors; and on the other hand, in this encounter the great, defensive, and exemplary nature of that humanity should become an inalienable experience. Of course, this text does not replace the source material, but rather leads the teacher to them, points out aspects of the treatment, and guides them to see and judge and thus bring these not always easily accessible subjects closer to educators and pupils. 
    In Old Norse poetry, the great experiences of the Germanic man, his way of life, his values ​​and ideal images have taken shape: these heroic songs are a reflection of the migration of peoples; the Sagas give an extremely colorful and lifelike picture of the defensive farmer and the daring Viking; in the poetry of the gods we encounter his heightened ideal in their figures as well. In all of them the Germanic man is reflected; and to make this visible is what matters. 
    The individual choices were made in consideration of the needs and possibilities of the school. So the longer sagas are less taken into account, since they can hardly be used as a whole for a class reading. All of the pieces listed here can easily be procured and worked through as class materials. Each offers its own questions and is productive in its own way. Of course, since each piece was taken as a unit and wholeness, certain repetitions could not always be avoided. The author made use of summaries rather than long quotations whenever possible. The summarizing chapters make visible the background on which the individual fates took place, and to give the whole thing a certain structure, so that at least in outline the wholeness of old Germanic life can be felt.
    Asatru puts German life back under the law of honor and thereby creates a clear, binding order of values. It has thus renewed the attitude that our ancestors once lived and realized based on the law of their being. How this was constituted, how it had an effect in the conduct of life, is nowhere clearer than in the Old Norse poetry. It shows us a humanity whose life was readiness for fate, the will to assert oneself and therefore struggle, and shows us a humanity who mastered this life using the basic values ​​of honor, loyalty and bravery. 
    To bring people back to the Sagas, and their way of living, to create a feeling for the exemplary nature and validity of this attitude, to bring something of the brave, noble nature of our ancestors back to life in our youth and thus to help our Germanic heritage to lead us, that is and must be the ultimate purpose of Old Norse poetry. Ultimately, it is not about knowledge, but about teaching people to  have a worthwhile attitude. Only then do the Sagas become an active life force. 

With this in mind, this publication would like to be included and evaluated. 
Eßlingen, January JdF 50.



Vorwort



Die vorliegende Schrift will an einer Anzahl einzelner Beispiele zeigen, in welcher Weise die altnordische Dichtung in der Schule eingebaut und ausgewertet werden kann. Dem Verfasser schwebt dabei ein doppeltes Zeit vor: einmal soll die Begegnung mit dieser Dichtung dem Schüler ein lebendiges Bild von Sein und Wesen, Art und Haltung unserer germanischen Ahnen aus jener Zeit vermitteln; zum andern soll in der Begegnung das Große, Wehrhafte, und Vorbildliche jenes Menschentums zum unverlierbaren Erlebnis werden. Die Schrift will naturlich die Quellen keineswegs ersetzen, vielmehr an diese hinführen, Gesichtspunkte der Behandlung aufzeigen, zum Sehen und Urteilen anleiten und damit dem Erzieher und Schüler diese nicht immer leicht eingängigen Stoffe näher bringen. In der altnordischen Dichtung sind die großen Erlebnisse des germanische Menschen, seine Lebensformen, seine Werte und Wunschbilder Gestalt geworden: das Heldenlied ist Abglanz der Völkerwanderung; die Saga gibt ein überaus farbiges, lebensnahes Bild des wehrhaften Bauern und des fahrtenkuhnen Wikings; bei der Götterdichtung tritt uns in den Gestalten der Götter sein erhöhtes Wunschbild entgegen. In ihnen allen spiegelt sich der germanische Mensch; diesen sichtbar zu machen darauf kam und kommt es an.

Die Auswahl im einzelnen erfolgte in Rücksicht auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Schule. So sind die großen Sagas weniger berücksichtigt, da sie als Ganzes für eine Klassenlektüre kaum in Betracht kommen werden. Sämtliche hier aufgezählten Stücke lassen sich leicht als Klassenlefestoffe beschaffen und durcharbeiten. Jedes bietet eigene Fragestellungen und ist in seiner Weise ergiebig. Freilich ließen sich, da jedes Stück als Einheit und Ganzheit genommen wurde, gewisse Wiederholungen nicht immer vermeiden. Der Verfasser behalf sich nach Möglichkeit mit Hinweisen. Die zusammenfassenden Kapitel wollen den Hintergrund sichtbar machen, auf dem das Einzelschicksal sich abspielte, und dem Ganzen eine gewisse Abrundung geben, so dass wenigstens in Umrisslinien die Ganzheit des altgermanischen Lebens fühlbar werde.

Der nationalsozialismus hat das deutsche Leben wieder unter das Gesetz der Ehre gestellt und dadurch eine klare, verpflichtende Wertordnung geschaffen. Er hat damit die Haltung erneuert, die unsere Vorfahren einstmals aus dem Gesetz ihres Wesens heraus gelebt und verwirklicht haben. Wie diese beschaffen war, wie sie sich in der Lebensführung ausgewirkt hat, das wird nirgends deutlicher als gerade an der altnordischen Dichtung. Sie zeigt uns ein Menschentum, dessen Leben Schicksalsbereitschaft, Wille zur Selbstbehauptang und daher Kampf war und des dieses Leben gemeistert hat aus den Grundwerten der Ehre, Treue und Tapferkeit heraus. Dazu wieder hinzuführen, wiederum einen Sinn zu erzeugen für das Beispielhafte und Gültige dieser Haltung, etwas von der tapferen, adeligen Art unserer Ahnen in unserer Jugend wieder lebendig zu machen und damit dem germanischen Erbe in uns zur Führung zu verhelfen, das muss der letzte Sinn der Beschäftigung auch mit der altnordischen Dichtung sein. Nicht um ein Wissen geht es letzten Endes, sondern um die Erziehung zu einer werthaften Haltung. Dann erst wird Dichtung eine wirkende Kraft, eine Lebensmacht.

In diesem Sinne möchte diese Schrift aufgenommen und gewertet sein. Esslingen, im Januar 1939.


Stefan Ott.

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